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Erstausstattung Baby Schweiz: eine kuratierte Liste, die nicht überfordert

Veröffentlicht am 9. Juni 2026·once & kept

Erstausstattung Baby Schweiz: eine kuratierte Liste, die nicht überfordert

Wer in der Schweiz "Erstausstattung Baby" googelt, bekommt Listen mit achtzig Punkten. Wickeltisch, Wickelauflage, Wickelunterlage, Wickelpodest, Wickelorganizer. Die Listen sind dafür gemacht, dass Onlineshops sie sponsern. Sie sind nicht dafür gemacht, dass Eltern in den ersten Wochen ruhig schlafen.

Was Babys in der Schweiz im ersten Lebensmonat wirklich brauchen, passt auf eine A4-Seite. Was darüber hinaus angeschafft wird, ist Bequemlichkeit oder Geschmack. Beides ist legitim. Aber es ist nicht Erstausstattung.

Die wirklich notwendigen Kategorien

Schlafen. Ein Babybett oder Beistellbett, eine atmungsaktive Matratze, zwei bis drei Spannlinge, ein Schlafsack in Grösse 50 bis 70. Keine Decke, keine Kissen, keine Nestchen. Das ist Schweizer Hebammen-Standard 2026.

Wickeln. Eine Auflage (kann auch ein zusammengelegtes Frottéetuch auf der Kommode sein), Mullwindeln zum Aufwischen, Feuchttücher oder warmes Wasser plus Watte, eine Wundschutzcreme. Mehr nicht, in den ersten Wochen.

Anziehen. Sechs bis acht Bodys in Grösse 56 und 62, vier bis fünf Strampler, zwei Mützchen, fünf Paar Söckli, ein warmer Überzieher für draussen (gegen Herbst hin in entsprechender Grösse). Mehr ist Schrankfüllung.

Trinken. Wenn gestillt: ein gutes Stillkissen, Stilleinlagen, eine Brustpumpe (Krankenkasse fragt). Wenn Flasche: zwei Flaschen, Sterilisator, Pulver nach Empfehlung der Hebamme.

Unterwegs. Ein Kinderwagen mit Babyschale, eine Tragehilfe, eine Wickeltasche.

Was wir streichen würden

Babywippe (Baby ist auf dem Arm besser aufgehoben). Flaschenwärmer (Wasserbad reicht). Mobile (in den ersten acht Wochen sieht das Baby es kaum). Achtzig Strampler in Grösse 56 (Baby wächst in drei Wochen heraus). Designer-Spieluhren mit App-Anbindung. Die "Kompletter Babyausstattung"-Sets von Discountern, die eine Hälfte enthalten, die du wegwirfst, und eine Hälfte, die du sowieso einzeln nachkaufst.

Wo handgemachte Stücke in die Erstausstattung passen

Die Erstausstattung ist Pragmatik. Daneben gibt es einen zweiten Korb, den wir "die persönlichen Stücke" nennen. Drei bis fünf Gegenstände, die mit dem Baby ankommen und nicht ersetzt werden, weil sie eine Geschichte tragen.

Eine handgehäkelte Kaninchen-Puppe in Camel Beige wird vom ersten Tag zum Begleitstück. Ein Knistertuch in den ersten Monaten, später ein Kuschelkissen Einhorn, das auf dem Bett liegen bleibt. Eine U-Hefthülle mit Name, die spätestens zum ersten Hebammenbesuch gebraucht wird.

Diese Stücke gehören nicht in die nüchterne Erstausstattungs-Liste. Sie gehören in die parallele Liste daneben.

Budgetrahmen Schweiz 2026

Eine sinnvoll kuratierte Erstausstattung kostet in der Schweiz 2026 zwischen CHF 1'200 und CHF 2'500, exklusive Kinderwagen und Autositz. Wer mehr ausgibt, kauft Geschmack. Wer weniger ausgibt, hat entweder Geschenke bekommen oder gebraucht gekauft. Beides ist gut.

Wenn Freunde fragen, was sie schenken können

Die häufigste Frage an werdende Eltern: "Was wünscht ihr euch?" Statt einer Liste mit Drogerieartikeln zu antworten, lohnt es sich, auf ein einzelnes, persönliches Stück zu verweisen, oder auf die Gift Box, eine kuratierte Auswahl aus den Werkstätten unserer Schweizer Labels, die das auseinanderhält, was Erstausstattung ist und was Begleitstück.

Die wichtigste Erkenntnis nach Hunderten Gesprächen mit Schweizer Eltern in den letzten zwei Jahren: weniger, besser, mit Hand dahinter. Das ist die ganze Liste.

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