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Geschenk von den Grosseltern zur Geburt: eine Schweizer Tradition

Veröffentlicht am 19. Mai 2026·once & kept

Geschenk von den Grosseltern zur Geburt: eine Schweizer Tradition

In der Schweiz war es lange üblich, dass die Grosseltern zur Geburt nicht einfach ein Geschenk machten, sondern ein Erbstück anlegten. Eine Taufkette aus Solothurn, ein silberner Becher mit Initialen, eine Wolldecke aus dem Emmental, in die der Geburtstag eingewoben war. Diese Stücke wechselten später den Besitzer, manchmal nach Generationen. Sie waren nicht Spielzeug, sie waren Markierung: ein neues Mitglied der Familie ist da, und es bekommt ein Stück, das mit ihm älter wird.

Diese Tradition ist nicht verschwunden, sie hat nur ihre Form geändert.

Warum das Geschenk der Grosseltern besonders ist

Eltern bekommen zur Geburt im Schnitt zwischen zwanzig und vierzig Geschenken. Das meiste ist praktisch: Strampler, Windeln, Pflegeprodukte. Das Geschenk der Grosseltern hat in dieser Logik eine andere Rolle. Es muss nicht praktisch sein. Es darf langsam sein, gross gedacht, mit Zeitachse von zwanzig Jahren statt zwanzig Wochen.

Das ist auch der Grund, warum dieses Geschenk klassischerweise teurer ausfällt als das von Tanten oder Arbeitskolleginnen. Die Grosseltern legen, in einer Form, einen Grundstein.

Was sich seit den 80er-Jahren verändert hat

Silberne Taufbecher haben heute viele Kinder, aber wenige benutzen sie. Der Becher steht im Schrank, niemand putzt ihn, niemand trinkt daraus. Die Geste war richtig, das Material ist aus der Zeit gefallen. Schweizer Grosseltern, die uns in den letzten zwei Jahren begegnet sind, suchen heute nach derselben Geste in neuer Form: etwas Langsames, Handgemachtes, Schweizerisches, mit Namen.

Eine handgegossene Babyflasche aus Beton mit einer Mundart-Frage übernimmt heute, was früher der Silberbecher war. Sie wird beschriftet, sie wird aufgestellt, sie wird später nicht eingeschmolzen, sondern als Vase auf den Esstisch der erwachsenen Tochter weitergereicht.

Drei Geschenkrichtungen, die heute funktionieren

Das Erbstück. Eine handgenähte Puppe aus dem Vintage-Stoff der Grossmutter, eine gehäkelte Decke mit Initialen, eine signierte Holzfigur. Wichtig: Schweizer Herkunft, Macher mit Namen, langlebiges Material. Die Kaninchen-Puppe in Camel Beige aus unserem Sortiment fällt in diese Kategorie.

Das langfristige Begleitstück. Eine U-Hefthülle mit eingesticktem Namen, die das Kind vom ersten Arzttermin bis zur Einschulung begleitet. Ein Geschenk mit Funktion, das trotzdem persönlich bleibt.

Die kuratierte Box. Wer nicht einzeln auswählen will, greift zur Gift Box. Drei Stufen (The Card CHF 89, The Pair CHF 249, The Year CHF 500), ausschliesslich Schweizer Handarbeit, jedes Stück mit Macherinnen-Name und Editionsnummer. Die Year-Variante ist nicht zufällig im Preissegment, in dem Schweizer Grosseltern traditionell rechnen.

Worauf du achten solltest, wenn du als Grosseltern auswählst

Frag nicht die Eltern, was sie brauchen. Das wissen sie ohnehin nicht in den ersten Wochen, und die Antwort ist meist "Strampler in Grösse 62", was dem Geschenk seine Bedeutung nimmt. Wähle stattdessen ein Stück, das du dir selbst in deinem eigenen Zuhause vorstellen könntest. Ein gutes Grosseltern-Geschenk ist eines, das auch in dreissig Jahren noch erkennbar ist als das, was du damals ausgesucht hast.

Das ist, kurz gesagt, der ganze Unterschied zwischen einem Geschenk und einem Erbstück.

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